Lichtgedichte


Weiden hängen angehaucht von lichtem
Grün ins Wasser. Meine Trauer schmückt
im Spiegel sich, weil sie zum Fest geladen:
Weine, dass im klaren Grund dein Leid vergeht


Ein Dom aus Worten, wo von vielen
Bogen wunderbar gehalten, heiliges
Schweigen ist: Ihn zu bauen braucht
die Kunst, in allem eins zu sein


Engel gleichen sich im Blütenglanz.
Einander anzuschauen, dass Himmel
über diesen Baum sich wölben, dies
hat kaum ein Frühling je erlebt


(Lichtgedichte aus dem Roman "der Wortträumer"



Eine Hand ist nicht
zum Festhalten gemacht
Düfte entkommen und
malen Landschaften in den Himm


Erleuchtetes Wort
mit Sprachnetzen die Sonne
einfangen und aus Trümmern
der Geschichte Sinn zusammenfügen


In den Anfang eintauchen
durch viele Schichten von
Regenbogenfarben
komme ich zur Erde zurück


(aus dem Zyklus: das Rad, 2006)


Wo sich alles verliert
auch flüchtige Gedanken fliessen
mit dem Schwung des Rades
in den unermesslichen Umkreis


Kaum ein Hauch
verflochten in die Zeitlosigkeit
eines von mir zu dir
verhallenden Herzschlags


Ein Blatt fällt
von der einen klingenden
Waagschale in die andere
schon verstummende



Ich lese Blätter auf
verwelkte Sprache zerbricht
Leere taumelt in meine
erst beginnenden Worte



Wenn ich mit der Bettelschale
durch meine Worte gehe
und sie mir ihren Duft leihen
für einen blühenden Augenblick 

Die Sonne tanzt
auf dem Handrücken des Meeres
wer wirft mir endlich
Unendlichkeit zu